LINUX ist ein Betriebssystem für PCs, Server, Workstations und
Macintosh-Rechner, das kostenlos von jedermann / jederfrau benutzt werden kann. Einzige rechtliche Voraussetzung ist, dass die
Software-Lizenz von GNU akzeptiert wird.
Ursprünglich wurde LINUX vom
schwedischsprachigen, finnischen Studenten Linus Torvalds entwickelt. Die Basis dazu bildete das legendäre
Minimum UNIX mit dem Namen MINIX, es wird an vielen Hochschulen im Informatik-Unterricht verwendet (damals auch an der TBZ TS).
Mittlerweile hat sich LINUX von einem Hackerspielzeug zu einem ausgereiften Betriebssystem für unternehmenskritische Anwendungen (ERP,
CRM) entwickelt.
Die Idee von Linux Torvalds war grundsätzlich einfach: Er wollte ein Betriebssystem entwickeln, das auf «normalen» PC's läuft, schliesslich hat nicht jeder ein
Sun-Workstation unter dem Tisch. Das faszinierende an
LINUX ist der Gedanke der «OpenSource» bzw. der freien Software: Zahllose Entwickler arbeiten - kostenlos, aus reinem Goodwill für LINUX - am Quellcode mit. Die Produkte stellen Sie auf Web-Servern zum Download zur Verfügung.
Das Maskottchen von LINUX ist der Pinguin «TUX». Warum Linus für LINUX einen Pinguin gewählt hat, lässt sich dadurch erklären, dass er auf einem Trip in Australien von einem eigenwilligen Pinguin gebissen wurde. Das eigenwillige Zoo-Tier hat ihn beeindruckt.
Installation und Anwendung
Wer mit LINUX echte Erfahrungen sammeln und dies selbst installieren will, braucht fortgeschrittene PC- und Peripherie-Kenntnisse. Natürlich gibt es mittlerweile startfertige LINUX-Distributionen, die ab CD gebootet werden können - dies ist dann aber sehr mit Windows vergleichbar und keine «echte UNIX-Erfahrung». Auf dem Markt erhältlich sind zahlreiche LINUX-Distributionen. Das sind spezielle Zusammenstellungen des LINUX-Basissystems (Kernel) mit verschiedenen Anwendungen. Persönlich bekannt sind mir:
- redhat LINUX
- SuSE LINUX
- Caldera OpenLINUX
Die besten Erfahrungen habe ich bisher
mit SuSE LINUX gemacht. Die Installation war
einigermassen benutzerfreundlich und in den neuen Versionen sogar «optisch attraktiv». Die Konfiguration von LINUX über das YaST-Tool (Yet another Setup Tool) funktioniert zuverlässig. Verschiedene Installationsverfahren können eingesetzt werden:
- Installation ab CD-ROM (mit Boot-CD-ROM des Distributoren)
- Download als Boot-Image ab FTP-Server
- Installation über ein lokales Laufwerk oder Netzwerk-Verzeichnis
Wichtig zu wissen ist, dass LINUX grundsätzlich zwei Betriebsmodi kennt:
- einer Kommandozeilen-Ebene, ähnlich dem Betriebssystem DOS, allerdings einiges leistungsfähiger und vor allem mit Unterstützung für Multi-User-Betrieb
- eine X-Window-Umgebung (basierend auf den Konzepten von XFree86), ein Server für den Betrieb der grafischen Benutzeroberfläche
Für den Betrieb der grafischen Benutzeroberfläche muss ein X-Server geladen sein, dieser setzt direkt auf der vorhandenen Grafik-Hard- und Software auf. Über dem X-Server wird ein so genannter Fenstermanager (Windowmanager) oder ein Widget-Set geladen. Dieser Fenstermanager bestimmt das Aussehen der grafischen Benutzeroberfläche.
Aufgrund der komfortablen Bedienung sehr beliebt sind die Benutzeroberflächen
Fedora und
KDE das K Desktop Environment. Fedora umfasst nebst dem Fenstermanager eine vollständige LINUX-Distribution. Die Features, welche diese Benutzeroberflächen komfortabel machen entsprechen weitgehend der Funktionalität von Windows. Das Schichtenmodell eines Fenstermanagers sieht wie folgt aus:
Der Window-Manager ist für das Aussehen, die Verwaltung der der Fenster usw. zuständig. Da es für LINUX zahlreiche Window-Manager gibt (zahlreiche Entwickler-Teams bemühen sich, LINUX an Windows anzugleichen) ist das Layout der grafischen Benutzeroberfläche immer leicht anders - in den Grundzügen aber mit Windows oder OS-X von Apple vergleichbar.
Benutzerkonten
Da LINUX ein Multi-User-System ist, gibt es mindestens immer einen Systemverwalter oder Administrator mit allen Rechten zur Verwaltung des Computers. Der Administrator eines LINUX-Rechners hat den Namen «
root». Grundsätzlich sollte - aus Sicherheitsgründen (auch aus Selbstschutz) - nicht als Administrator auf einem Rechner gearbeitet werden, es empfiehlt sich mindestens einen «normalen» Benutzer anzulegen und anschliessend mit diesem Profil bzw. Zugriffsrechten zu arbeiten.
Dateisysteme und Laufwerksbezeichnungen
Durch die laufende Entwicklung in der OpenSource-Gemeinde unterstützt LINUX mittlerweise zahlreiche
Dateisysteme:
- ext2: Standard-Dateisystem unter LINUX (Vorläufer: ext)
- affs: Amiga-Dateisystem
- hpfs: OS/2-Dateisystem von IBM
- iso9660: Standard für CD-ROM-Dateisystem
- minix: Dateisystem des Minimum UNIX (wird an Schulen verwendet)
- msdos: FAT / DOS-Dateisystem
- smbfs: Server Message Block, für Zugriffe auf Windows NT, LAN Manager oder Windows for Workgroups
Sowie verschiedene andere - auch recht exotische - Dateisysteme. In LINUX werden Laufwerke (Festplatten, Disketten, ZIP) nicht mit Buchstaben (C:, A:, D:) bezeichnet. LINUX verwaltet jedes Laufwerk als Pfadangabe:
Bezeichnung Gerät
/dev/fd0 = Erstes Diskettenlaufwerk
/dev/hda = Erstes Harddisk-Gerät, Master am primären Controller
/dev/hdb = Zweites IDE-Gerät, Slave am primären Controller
/dev/hdc = Drittes IDE-Gerät, Master am sekundären Controller
/dev/hdd = Viertes IDE-Gerät, Slave am sekundären Controller
/dev/sda = Erste SCSI-Festplatte
/dev/sdb = Zweite SCSI-Festplatte
/dev/scd0 = Erstes SCSI-CD-Laufwerk
/dev/scd1 = Zweites SCSI-CD-Laufwerk
Anders als Geräte werden Partitionen nicht mit Buchstaben sondern mit Zahlen nummeriert:
/dev/hda1 entspricht der ersten Partition auf der ersten IDE-Festplatte. Die Pfad-Angabe
/dev/sda1 zeigt auf die erste Partition auf der ersten SCSI-Festplatte.
Tastatur-Kommandos
Die Bedienung von LINUX auf Ebene der Kommandozeile ist wie bei jedem Betriebssystem zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. LINUX ist ein
Multi-User und Multi-Tasking-System:
- Alt-F1 bis Alt-F6: wechselt zwischen virtuellen Terminals (auf jedem Terminal kann eine separate Benutzer-Session betrieben werden)
- Ctrl-Alt-F1 bis Ctrl-Alt-F6: Terminalwechsel bei aktivem X-Server (GUI-Modus)
- Alt-F7: Zurück zur X11-Umgebung (aus Kommando-Ebene)
- Ctrl-Alt-Backspace: beendet X11-Umgebung (GUI)
Mounten von Laufwerken und Geräten
Anders als bei Windows oder DOS stehen Geräte nach dem Laden von Treibern üblicherweise nicht einfach zur Verfügung, eine Festplatte oder ein CD-ROM muss zuerst «gemountet» werden, anschliessend steht es zur Verfügung. Die aktuellen Distributionen übernehmen das Mounten aber mittlerweile automatisch.
Mounten eines CD-ROM =
mount -t iso9660 /dev/scd9 /mnt/cdrom
Dis- / Un-Mount eines CD-ROM =
umount cdrom
LINUX-Befehle
Die folgende Beschreibung basiert auf Erfahrungen mit einer LINUX-Distribution von
SuSE (die Firma SuSE wurde mittlerweile von Novell übernommen).
Eine sehr wertvolle Hilfe sind die sogenannten «
Manpages», eine Art elektronische Handbücher (Manuals). Mit der Eingabe von «
man -k cp»
wird die Manpage zum Kopierbefehl (cp) von Dateien angezeigt. Eine weitere Option ist die Suche nach Querverweisen: «man -f cp» sucht in allen Abschnitten der Manpages nach dem Kommando cp.
Die einfachste Art der Benutzung dieser Online-Hilfe ist aber bestimmt
man.
Allgemeine Konsolen-Befehle
Kontrollzentrum für Systemkonfiguration starten
yast
Linux-Konfiguration bearbeiten
linuxconf
X-Server konfigurieren (
SuSE
Adv.
X-Server Conf.Tool)
sax
X-Server für grafische Benutzeroberfläche starten
startx
Herunterfahren und Neustart des Systems (Reboot)
shutdown -r now
Herunterfahren und Ausschalten (Halt)
shutdown -h now
Tastaturlayout laden (Beispiel Schweiz)
loadkeys sg_latin1
Boot-Manager starten (LINUX Loader)
LILO
Dateien und Datei-System Verzeichnisse anzeigen
ls oder
dir
Verzeichnis wechseln
cd <verzeichnis>
Verzeichnisse anlegen
mkdir <verzeichnis>
Symbolischen Link erstellen (Shortcut)
ln <pointer> <linkname>
Dateien anzeigen
cat oder
less
Dateien kopieren
cp <quelle> <ziel>
Dateien verschieben
mv <quelle> <ziel>
Dateien suchen
find
Datei-Inhalte suchen
grep
Dateien / Verzeichnisse löschen
rm <dateiname(n)>
Dateien archivieren / komprimieren
tar <datei> <archiv>.tgz
Zugriffsrechte ändern
chmod
Benutzter Plattenspeicherplatz
df
Bildschirm löschen
clear oder
cls
Benutzer-Kontext / Benutzer-Verwaltung
Anmelden am System
login
Abmelden
logout
Passwort eines Benutzers ändern:
passwd
Info zum aktuellen Benutzerkontext
who oder
whoami oder
id
Benutzer hinzufügen
useradd
Prozess-Kontext
Prozesse auflisten
ps
Prozess-Struktur komplett anzeigen
pstree
Prozesse beenden
kill
Datei-Editor VI
Editor starten
vi
Wechsel in den Befehlsmodus
<Esc>
Zeichen löschen
x
Zeichen einfügen
i
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