Die IT-Architektur beschreibt in allgemeiner Weise die Struktur, den Aufbau und das
Zusammenspiel eines Computers oder von Computersystemen - auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Die
Definition einer Architektur nach ANSI/IEEE-Standard 1471-2000 lautet wie folgt:
Eine Architektur beschreibt
die grundlegende Organisation eines Systems, dargestellt in den einzelnen
Bestandteilen mit der Vernetzung untereinander und den Prinzipien für die Konstruktion und die Entwicklung.
In dieser Definition ist unter dem Begriff «System» kein (einzelnes) IT-System zu betrachten. Das System
kann durchaus ein vollständiges Unternehmen oder eine unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette
umfassen.
Fokussiert auf «Computersysteme» wichtig ist, dass Computersysteme keinen Selbstzweck haben, sie sind darauf ausgerichtet, Geschäftsprozesse zu unterstützen. Somit muss die IT-Architektur
die Geschäftsprozesse zwingend in die Gestaltung, Entwicklung und Durchsetzung der IT-Architektur
einbeziehen. Das
Basismodell einer IT-Architektur sollte also folgende Dimensionen aufweisen:
Die Dimensionen beinhalten folgende Informationen - sie sind konsistent untereinander zu vernetzen:
Prozesse
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Leistungen gegenüber Kunden inkl. notwendiger Support-Prozesse
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Funktionen
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Logisches Funktionsmodell des Unternehmens
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Applikationen
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Applikations- und Service-Verzeichnis im Ist- und Soll-Zustand (Szenario-Technik)
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| Technologien |
Positionierung der verwendeten Technologien in einem Reifegrad-Modell
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| Daten |
Meta-Datenmodell für Referenzierung beim Standard-Software-Einsatz
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Die Arbeit und Einflussnahme der IT-Architektur in
den Projekten unterstützt die langfristige Entwicklung des Unternehmens. Dabei muss es IT-Architekturmanagement auch schaffen, kurzfristige Marktchancen für das Unternehmen nutzbar zu machen (Time to market) und schnelle Lösungen bei entsprechendem Marktefolgt später auf den «Pfad der Tugend» bzw. in die Leitplanken der IT-Architektur zurückzuführen.
Gleichzeitig muss das IT-Architekturmanagement das Unternehmen aber auch
vor einem Over-Engineering schützen. Die Konzepte und entsprechenden Lösungen sollen
nicht überdimensioniert und für das Unternehmen auch bezahlbar sein.
Die Prozesse für das IT-Architekturmanagement müssen in die übrigen Unternehmensprozesse - beispielsweise das Projektmanagement oder die Strategie-Entwicklung - integriert werden. Im wesentlichen sollte das IT-Architekturmanagement vier Prozesse umfassen:
- IT-Architektur führen
- IT-Architektur entwickeln
- IT-Architektur beraten
- IT-Architektur vertreten/durchsetzen
In diesen vier Prozessen werden Architekturen neu entwickelt bzw. aktualisiert. Es werden Projekt-Organisationen oder Linien-Organisationen bezüglich Architektur-Fragestellungen beraten oder eine bereits vorhandene Architektur wird durchgesetzt und ein Projekt muss beispielsweise seine Pläne bzw. Konzepte ändern.
Ein starkes IT-Architekturmanagement besitzt somit einen ordnenden Charakter und hat gegenüber den Projekten entsprechende Weisungsbefugnis. Das bedeutet, dass beispielsweise
im Rahmen der Projektentwicklung definierte
Lieferobjekte wie das Pflichtenheft eines Projektes oder eine Schnittstellen-Spezifikation von den Fachstellen der IT-Architektur geprüft und freigegeben werden.
Stellen die Fachstellen im Dokument bzw. in den
darin beschriebenen Konzepten Mängel oder Verstösse gegen geltende Architektur-Grundsätze oder -vorgaben fest, so sollten diese in
einer formellen Stellungnahme festgehalten werden. Die Stellungnahme sollte vom IT-Architekturmanagement dem Auftraggeber des Projektes zugestellt werden, der Auftraggeber klärt im Anschluss die Behebung von Mängeln mit dem Projektleiter.
Es empfiehlt sich auch, die Mängel mit einem Schweregrad zu taxieren (beispielsweise Stufen von 1 bis 4). Durch diese Schweregrad-Stufen wird deklariert,
welcher Handlungsbedarf für den Projektleiter pro Architekturmangel
besteht. Bei einem Modell von 1 bis 4 bedeutet ein Mangel mit Stufe 4 nur ein formaler Mangel und ein Verstoss mit Stufe 1 faktisch einen Projekt-Stopp und eine Bereinigung der Situation.
Effektive Vernetzungs- und Präsentationsformen unterstützen die Erhöhung der Geschäftsorientierung der IT-Architektur entscheidend. Die
zielgruppen- bzw. empfängergerechte Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor für ein akzeptiertes und positiv verankertes IT-Architekturmanagement.
Zunehmend wird in der Literatur im Zusammenhang von Geschäftsprozess-Management auch der Begriff bzw. die Diziplin der Business Architektur gesprochen.